Das 2. Vatikanische Konzil hat den Ordensleuten die „ständige Rückkehr zu den Quellen jedes christlichen Lebens und zum Geist des Ursprungs der einzelnen Institute“ (Perfecta Caritatis 2) ans Herz gelegt. Seitdem ist das jeweilige Gründungscharisma wieder mehr in den Blick gerückt: Quellenschriften wurden erforscht, übersetzt und interpretiert, Gründerinnen und Gründer wurden Teil einer intensiven Beschäftigung in Orden und Kongregationen.
Die Reihe „Unsere Gründerinnen und Gründer“ wird im Jahr 2027 fortgesetzt und nimmt wieder wichtige Gestalten des Ordenslebens in den Blick: Wer waren sie? Was war ihr Anliegen? Was haben sie uns heute zu sagen? Nach einem knapp einstündigen Referat ist jeweils ein kurzer Austausch vorgesehen. Eingeladen sind alle, die sich für unsere Gründerinnen und Gründer interessieren, auch Mitarbeitende in den Ordensgemeinschaften und deren Einrichtungen.
In aller Munde: Augustinus von Hippo
Seit mit Papst Leo XIV. ein Augustiner auf dem Stuhl Petri sitzt, ist das Interesse an Augustinus spürbar gestiegen – lebendig war es ohnehin immer, gilt doch der ehemalige Bischof von Hippo als einer der bedeutendsten Kirchenväter der westlichen Kirche. Auf die von ihm geschriebene Augustinusregel berufen sich die Augustiner als geistliche Grundlage. Seine Gedanken haben eine ganze Ordensfamilie geprägt.
Termin
Donnerstag, 19.11.2026
Referent
P. Dr. Christian Rentsch OSA
Anmeldeschluss: 11.11.2026
Eine Frau mit Reformwillen: Teresa von Ávila
Teresa von Ávila (1515–1582) gehört zu den großen Gestalten der christlichen Mystik – und war zugleich eine erstaunlich tatkräftige Ordensfrau. Mit der Reform des Karmel wollte sie zurück zu einem einfachen, konsequenten Leben in Gebet, Gemeinschaft und Armut. Dafür gründete sie zahlreiche Klöster, reiste durch Spanien und setzte sich trotz erheblicher Widerstände für ihre Vorstellungen ein. Ihre geistlichen Schriften zeugen von einer Frau, die Gott leidenschaftlich suchte und dabei einen bemerkenswert nüchternen Blick auf sich selbst und ihre Mitmenschen bewahrte. Was können Ordensleute heute von ihrer Verbindung von Mystik, Reformwillen und Tatkraft lernen?
Termin
Dienstag, 13.04.2027
Referentin
Sr. Elisabeth Peeters OCD
Anmeldeschluss: 06.04.2027
Mehr als Herz-Jesu-Frömmigkeit: Léon Gustave Dehon
Léon Gustave Dehon (1843–1925) gab sich nicht damit zufrieden, die sozialen Probleme seiner Zeit nur zu beklagen. Der französische Priester nahm die Not der Arbeiter wahr, beschäftigte sich intensiv mit der katholischen Soziallehre und suchte nach einer Spiritualität, die Gebet und gesellschaftliches Engagement miteinander verbindet. 1878 gründete er die „Priester des Heiligsten Herzens Jesu“, heute meist Dehonianer genannt. Im Mittelpunkt stand für ihn die Liebe Christi, die nicht nur betrachtet, sondern in Kirche und Gesellschaft wirksam werden sollte. Was hat diese Verbindung von Herz-Jesu-Spiritualität und sozialem Engagement uns heute zu sagen?
Termin
Donnerstag, 24.06.2027
Referent
P. Dr. Stefan Tertünte SCJ
Anmeldeschluss: 17.06.2027
Ein Regelwerk mit Langzeitwirkung: Benedikt von Nursia
Kaum ein Mensch hat das abendländische Ordensleben so nachhaltig geprägt wie Benedikt von Nursia (ca. 480–547). Dabei wollte er vermutlich gar keinen neuen Orden gründen. Seine Regel war zunächst für die konkrete Gemeinschaft gedacht, der er als Abt vorstand. Doch ihr ausgewogenes Verhältnis von Gebet und Arbeit, Gemeinschaft und persönlicher Verantwortung, Autorität und gegenseitiger Rücksichtnahme machte sie über Jahrhunderte zu einem Grundtext des westlichen Mönchtums. Bis heute leben Benediktinerinnen und Benediktiner nach dieser Regel. Was macht einen Text aus dem 6. Jahrhundert so erstaunlich langlebig – und was können Ordensgemeinschaften heute von Benedikt lernen?
Termin
Mittwoch, 27.10.2027
Referent
P. Dr. Anselm Grün OSB
Anmeldeschluss: 20.10.2027
Termin und Ort
Termin: jeweils von 19:30 Uhr bis 20:45 Uhr
Veranstaltungsort: online per Videokonferenz
Teilnahmegebühr
Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich, um die Zugangsdaten zu erhalten.
Anmeldung
Es kann die gesamte Reihe oder auch nur eine Veranstaltung gebucht werden.
Anmeldung: über die Homepage von RUACH: ruach.orden.de
Anmeldeschluss: jeweils eine Woche vor den Veranstaltungen
AnmeldungReferent/inn/en

P. Dr. Christian Rentsch OSA
Augustiner, Dr. theol., Prior des Konventes Maria Eich in Planegg bei München, seit 2023 Novizenmeister der Bayerisch-Deutschen Augustinerprovinz, Lehrbeauftragter für Liturgik und Latein an der Hochschule für Musik und Theater München.

Sr. Elisabeth Peeters OCD
seit 1978 Karmelitin, Lic. Phil., Mitherausgeberin der Gesamtausgaben von Teresa von Ávila (2015) und Johannes vom Kreuz (2024)
Julia Haase / Abtei MünsterschwarzachP. Dr. Anselm Grün OSB
Benediktiner der Abtei Münsterschwarzach, Betriebswirt und Theologe
dokP. Dr. Stefan Tertünte SCJ
1987 Eintritt in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer), Promotion in Theologie, seit 2022 Provinzoberer in Deutschland, davor in der ökumenischen City-Pastoral (Oberhausen) und in der Leitung des ordenseigenen Forschungsinstitutes in Rom tätig